Pendlergeschichten

Ein Kurztrip zu Papa is Lustig, ein Kurztrip der is schee…

Da sitze ich nun wieder zum Gefühlten drölftausendsten Mal in meinFernbus auf der schweizer Autobahn Richtung haom. Nicht nur das Gefühl, mit 80 über die schweizer Autobahn zu schleichen, begleitet einem, nein man bekommt auch einen Haufen schwitzender Menschen unterschiedlichster Art umsonst dazu.
Lassen Sie mich überlegen, ah ja, da war eine etwas ältere, gut gekleidete Dame bei der man eigentlich vermuten würde sie hätte noch nie das f… Wort oder sonstige Fäkalsprache verwendet, jedoch sollte ihr Äusseres, nach Puderdose und Parfümladen duftend, uns täuschen. Da sie einfach ihren etwas überladenen Koffer nicht selber in den Gepäckraum heben wollte, tat dies halt der Liebe Herr Busfahrer, was auch meiner Meinung nach seinen Job ist. Jedenfalls schimpfte dieser tierisch umher, dass der Koffer ja viel mehr als.20KG wiegen würde. Da sprach die Puderdosen-Frau plötzlich als wäre sie von einem bösen Geist besessen. Ich hört amüsiert zu was diese Dame alles so an Fluchwörtern drauf hatte und wir starteten eine angenehme Fahrt Richtung Schweiz. Da es Mittwoch war und die Deutschen noch keine Feriem haben war der Bus fast leer. Anders heute von Zürich back to Bavaria. Oh,  eine Anekdote habe ich noch vergessen, dass man unbedingt eine kleinere Tasche dabei haben soll, da grössere Rucksäcke abgeben müssen. Peinlich wird es dann nur, wenn dir die Essenstüte vor versammelten Publikum reisst. Aber auch das bin ich, leider, oder zum Glück.
Aber kommen wir zu dem heutigen Tag, der startete erst Mal mit einem mega Kater, danke Papa an dieser Stelle der mich ja unbedingt mit Wein und so abfüllen wollte. Sie wissen ja, Liebe & Beer. Naja, notbedürftig unter die Dusche rennen, Kopf anhauen und 10 Minuten später denken für was habe ich geduscht, wenn mir der Schweiss in Perlen vom Gesicht tropft. Endlich erreichte ich dann Zürich HB und erledigte mein Busfahren-Ritual. Leider habe ich mein Essen vergessen und sitze jetzt hier und schau gierig auf des Essen der anderen. Aber noch mal von Vorne. Da stehst du also schweissgebadet vor dem Bus und wartest nur bis du dein doofes Gepäck abgeben kannst, nachdem QR-Code und Pass dem Fahrer hingestreckt hattest. Vor dir eine Grossfamilie mit 4 quängelnden Kindern und einer Oma die auf ihre Nichte aufpasst. Das Handy des Busfahrers streikt und er sagt dir du wärst doch auf dem falschen Bus, obwohl du weisst du willst nach Minga zurück! Da sitze ich endlich mit hungrigen Magen in Mitten eines zusammengewürfelten, müffelnden Haufen Menschen. Viele Schweizer die Deutsche Anhängsel und Partner haben, aha von wegen „iii än dütsche!“ 12 Schweizer Männer aus Züri, einer in Lederhosn, ja mei hamma denn schon Wiesnzeit? Also ich habe noch 3 Stunden Fahrt vor mir, ohne Klo, da dieses sicher von den Biertrinker verpisst wird! Manchmal ist halt der Preis das ausschlaggebende bei einer Reise aber eben günstiger ist ned immer besser! Meine Komfortzone habe ich längstens verlassen uns gebe mich den stinkenden Menschen hin und schlafe wie ein kleines Kind. Kurzes Update: Bei den 12 Jungs aus der Schweiz handelt es sich um eine Jungesellenabschiedsmeute ja dann voi viel Spass!

Eure Sabrina

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Dä frömdi fötzel

Die Weihnachtfeiertage sind schon wieder Geschichte und somit auch mein Besuch bei Papa in der Schweiz. Nachdenklich sitze ich im Bus zurück nach Minga. Ein paar eigenartige Szenen haben sich in den letzen paar Tage in Bern und Zürich abgespielt.

Die Schweiz und mich verbindet nicht wirklich eine heiße Liebe. Ich kam mir hier nicht wirklich zu Hause vor. Das dieses Gefühl jedoch noch schlimmer werden würde hätte ich mir nie im Leben vorstellen können.
Seit ich wieder in Bayern wohne ist dieser Teil von mir, (ja ich bin halbe Deutsche und mein Papa ist Schweizer) wie ausgelöscht. Falls ich in München neuen Leuten begegne erwähne ich nur per Zufall, dass ich eigentlich auch Schweizerdeutsch reden könnte.
Jedoch interessiert dieses „ich-bin-aus-der-Schweiz“ keinen in Deutschland. Falls man jedoch ab und zu zurück in die Schweiz kommt und dort dann plötzlich Deutsch redet und anstatt ein „grüezi“ a „servus“ kommt, sollte man sich langsam aber sicher Gedanken machen. Gestern stand ich dann in  Aarau am SBB-SCHALTER und wollte ein Ticket nach Bern holen, da musste ich mich belehren lassen, dass ich mit der ÖBB-VORTEILSKARTE keinen Rabatt habe und aussderm das ich mich ja in der Schweiz befinde. Also die Auslandschweizer sind klar im Nachteil. Später habe ich es dann noch hinbekomme und bin nach Bern gefahren. In Bern habe ich mich dann mit meinem Schulfreund getroffen und mich als erstes, wie es für eine waschechte Deutsche auch gehört, über die schweizer Preise aufgeregt. Heute morgen wollte ich dann meinen Kaffee in Zürich mit Euro bezahlen und so habe ich mich komplett in einen Touristen verwandelt. Mir wurde in den letzten Tagen etwas klar, es gibt nur ein „dahoam“, wo man sich wirklich Zuhause fühlt und keiner fragt woher man ist, weil es eh klar ist, dass man in der Stadt Zuhause ist. Manchmal muss man einfach eine längere Zeit weg sein um zu begreifen wo man Zuhause ist. Stolz bin ich darauf einen Schweizer Pass zu besitzen und auf meine penible schweizer Pünktlichkeit, jedoch schlägt mein Herz doch für Bayern. Gerne reise ich aus der Schweiz nach Hause und komme wieder zurück als Gast.

Unterwegs geschrieben…

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